Kurz gesagt
Es gibt drei Wege, eine Website in Leichte Sprache zu bringen. Ein Übersetzungsbüro übersetzt ausgewählte Seiten, geprüft von Menschen mit Lernschwierigkeiten. Ein KI-Redaktionstool hilft Ihrer Redaktion, Texte einzeln zu übersetzen und als eigene Seiten zu veröffentlichen. Ein Live-Plugin übersetzt jede Seite automatisch, wenn jemand auf den Button „Leichte Sprache“ klickt, auch neue und geänderte Texte.
Für wenige, sehr wichtige Seiten ist das Übersetzungsbüro die beste Wahl. Für die ganze Website mit hunderten Seiten und laufenden Änderungen bleibt nur das Plugin ohne Mehrarbeit aktuell. Beides lässt sich kombinieren.
Warum die meisten Websites nur ein paar Seiten in Leichter Sprache haben
Fast jede Behörden-Website hat heute einen Bereich „Leichte Sprache“. Meist stehen dort drei bis zehn Seiten: Was die Behörde macht, wie die Navigation funktioniert, wie man Kontakt aufnimmt. Das erfüllt die Mindestanforderungen der BITV 2.0. Die eigentlichen Inhalte, also Leistungsbeschreibungen, Anträge, Öffnungszeiten, Gebühren, Satzungen und aktuelle Meldungen, bleiben in Standardsprache.
Der Grund liegt in Menge und Tempo. Eine Kommune mit 500 Seiten müsste jede davon übersetzen, prüfen lassen und bei jeder Änderung erneut übersetzen. Das schafft keine Redaktion nebenbei. Es gibt drei Wege, und jeder leistet etwas anderes.
Weg 1: Das Übersetzungsbüro
Ein Büro für Leichte Sprache übersetzt Ihre Texte und lässt sie von einer Prüfgruppe lesen: Menschen mit Lernschwierigkeiten prüfen, ob sie den Text verstehen. An diesem Ergebnis müssen sich die beiden anderen Wege messen lassen. Viele Büros setzen das Prüfsiegel des Netzwerks Leichte Sprache oder arbeiten nach der DIN SPEC 33429.
Die Grenzen liegen in Zeit und Geld. Abgerechnet wird pro Normseite, dazu kommt die Prüfgruppe. Zwischen Auftrag und fertiger Seite liegen Tage bis Wochen. Ändert sich der Originaltext, etwa eine Gebühr oder eine Öffnungszeit, muss die Übersetzung nachgezogen werden, sonst steht in Leichter Sprache etwas Falsches. In der Praxis beschränken sich Verwaltungen deshalb auf wenige, selten geänderte Seiten. Was die Übersetzung kostet, steht auf der Seite Was kostet Leichte Sprache?
Dieser Weg passt für Seiten, die besonders wichtig sind und sich selten ändern: die Erklärung zur Barrierefreiheit, die Seite über die Behörde, die wichtigsten Leistungen, Wahlinformationen.
Weg 2: Das KI-Werkzeug für die Redaktion
Mehrere Anbieter haben Programme, in die Ihre Redaktion einen Text einfügt und eine Fassung in Leichter oder Einfacher Sprache zurückbekommt. Die Redaktion liest gegen, bessert nach und veröffentlicht den Text als eigene Seite im CMS. Manche dieser Werkzeuge gibt es auch als Erweiterung für WordPress oder TYPO3.
Das ist schneller und günstiger als das Übersetzungsbüro. Die Arbeit bleibt aber bei der Redaktion: Jede Seite wird einzeln übersetzt, geprüft und als Kopie angelegt. Bei jeder Änderung des Originals muss jemand daran denken, die Kopie zu aktualisieren. Aus 500 Seiten werden 1.000, und zwei Fassungen laufen auseinander.
Dieser Weg passt für Redaktionen, die regelmäßig einzelne Texte in Leichter Sprache veröffentlichen wollen, zum Beispiel Pressemitteilungen oder Broschüren, und die Kapazität für die Pflege haben.
Weg 3: Das Plugin, das live übersetzt
Ein Live-Plugin ist ein Skript, das Sie einmal in Ihre Website einbinden. Es setzt einen Button „Leichte Sprache“ auf jede Seite. Klickt jemand darauf, schickt das Plugin die Texte der Seite an einen Übersetzungsdienst und tauscht sie an Ort und Stelle gegen die Fassung in Leichter Sprache aus. Überschriften, Listen und Links bleiben erhalten, das Design der Website auch. Ein Klick auf „Original-Text“ stellt die Seite wieder her.
So funktioniert das Plugin von participaite:
- Die Übersetzung entsteht beim ersten Aufruf einer Seite in wenigen Sekunden und wird gespeichert. Alle weiteren Besucher:innen sehen sie sofort.
- Ändert die Redaktion einen Absatz, wird nur dieser Absatz neu übersetzt. Niemand muss etwas anstoßen.
- Ein eigenes KI-Modell übersetzt nach DIN SPEC 33429. Es wurde mit Texten trainiert, die Menschen in Leichte Sprache übersetzt haben.
- Namen, Daten, Beträge und Telefonnummern werden in jeder Übersetzung geprüft. Stimmt eine Zahl nicht, bleibt der Abschnitt im Original.
- Ein Hinweis sagt den Leser:innen, dass ein Computer übersetzt hat und der Text Fehler haben kann.
- Modell und Server stehen in Deutschland bzw. der EU. Die Texte gehen an keinen fremden KI-Anbieter.
Die Grenze dieses Wegs ist die Qualität der Maschine. Kein Modell übersetzt fehlerfrei, und keine Prüfgruppe liest vorher gegen. Welche Fehler typisch sind und wie man sie misst, steht auf der Seite Leichte Sprache mit KI. Dieser Weg passt für alles, was sonst nie in Leichter Sprache vorläge: die ganze Website mit allen Leistungen, Meldungen und Unterseiten.
Die drei Wege nebeneinander
| Kriterium | Übersetzungsbüro | KI-Redaktionstool | Live-Plugin |
|---|---|---|---|
| Umfang | einzelne Seiten | einzelne Seiten | ganze Website |
| Dauer pro Seite | Tage bis Wochen | Minuten bis Stunden | Sekunden |
| Pflege bei Änderungen | neuer Auftrag | Redaktion aktualisiert die Kopie | automatisch |
| Prüfung durch Menschen | ja, Prüfgruppe | Redaktion liest gegen | nein, Hinweis für Leser:innen |
| Kosten | pro Normseite plus Prüfung | Lizenz plus Arbeitszeit | Pauschale pro Jahr |
| Aufwand für die IT | keiner | Erweiterung installieren | eine Zeile Code |
| Passt für | wenige wichtige Seiten | regelmäßige Einzeltexte | alle Inhalte, laufend |
Die Kombination, die in der Praxis funktioniert
Die Wege schließen sich nicht aus. Eine Verwaltung, die es gut macht, lässt die Pflichtseiten nach BITV 2.0 und die zehn wichtigsten Leistungsseiten von Menschen übersetzen und prüfen. Für alle anderen Seiten übernimmt das Live-Plugin. Die von Menschen übersetzten Seiten nimmt das Plugin aus, dort erscheint weiterhin die geprüfte Fassung.
So haben Leser:innen auf jeder Seite der Website eine Fassung in Leichter Sprache, und das Budget für menschliche Übersetzung geht in die Seiten, bei denen es am meisten bewirkt.
Checkliste vor der Entscheidung
- Wie viele Seiten hat Ihre Website, und wie oft ändern sie sich? Ab etwa 50 Seiten mit laufenden Änderungen ist manuelle Pflege nicht mehr realistisch.
- Welche Seiten sind so wichtig, dass sie von Menschen geprüft sein sollten? Diese Liste geht ans Übersetzungsbüro.
- Wo laufen die Texte hin? Bei KI-Lösungen sollte der Anbieter sagen, in welchem Land das Modell läuft und ob Texte an Dritte gehen.
- Werden Übersetzungen als maschinell gekennzeichnet? Das verlangt die KI-Verordnung, und es ist fair gegenüber den Leser:innen.
- Gibt es Zahlen zur Fehlerquote, und können Sie die Lösung vorher auf Ihren eigenen Seiten testen?
Häufige Fragen
Kann man eine Website automatisch in Leichte Sprache übersetzen?
Ja. Ein Live-Plugin übersetzt den Inhalt einer Seite, sobald jemand auf den Button „Leichte Sprache“ klickt. Die Übersetzung erscheint an Ort und Stelle im Design der Website. Ein Hinweis sagt, dass ein Computer übersetzt hat. Das Plugin von participaite nutzt dafür ein eigenes KI-Modell, das mit Texten trainiert wurde, die Menschen in Leichte Sprache übersetzt haben.
Wie lange dauert es, eine Website in Leichte Sprache zu übersetzen?
Mit einem Übersetzungsbüro rechnen Sie pro Seite mit mehreren Tagen bis Wochen, weil Übersetzung und Prüfung durch eine Prüfgruppe Zeit brauchen. Ein Live-Plugin ist nach der Freischaltung in Minuten eingebunden und übersetzt jede Seite beim ersten Aufruf in wenigen Sekunden.
Muss die ganze Website in Leichter Sprache sein?
Die BITV 2.0 verlangt von öffentlichen Stellen des Bundes auf der Startseite Erklärungen in Leichter Sprache zu den wesentlichen Inhalten, zur Navigation und zur Erklärung zur Barrierefreiheit. Einige Länder, etwa Schleswig-Holstein, Berlin und Bayern, übernehmen diese Regel für ihre öffentlichen Stellen. Eine Website, die vollständig in Leichter Sprache verfügbar ist, geht darüber hinaus und erreicht deutlich mehr Menschen. Mehr dazu auf der Seite Leichte Sprache: Pflicht für Websites?
Was ist der Unterschied zwischen Leichter Sprache und Einfacher Sprache?
Leichte Sprache folgt festen Regeln: sehr kurze Sätze, ein Satz pro Zeile, Erklärungen für schwierige Wörter, keine Fremdwörter ohne Erklärung. Sie richtet sich an Menschen mit Lernschwierigkeiten oder geringer Lesekompetenz. Einfache Sprache ist weniger streng, etwa auf dem Niveau B1, und richtet sich an ein breites Publikum. Das Plugin von participaite übersetzt in Leichte Sprache nach DIN SPEC 33429.
Kann ich die Übersetzung vorher prüfen?
Beim Live-Plugin von participaite sehen Sie in einer kostenlosen Testphase, wie Ihre eigenen Seiten in Leichter Sprache aussehen. Einzelne Seiten oder Bereiche können Sie von der Übersetzung ausnehmen, zum Beispiel Seiten, die Sie bereits von Menschen übersetzen ließen.
Ihre Website in Leichter Sprache, ohne Aufwand
Das Leichte Sprache Plugin übersetzt jede Seite Ihrer Website per Klick, mit eigenem KI-Modell auf Servern in der EU. Wir zeigen es Ihnen kostenlos auf Ihrer eigenen Website.
Veröffentlicht am 18. September 2026, zuletzt aktualisiert am 8. Oktober 2026. Autor: participaite, Yavio GmbH.